Sonntag, 24. Juni (349 km)

Karte Tag 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider verlassen uns Rolf, Edith und Küdel. Sie wollen noch weiter in den Süden, Richtung Meer. Unser neuer Roadcaptain ist Hansjörg. Küdel kann es nicht lassen und verabschiedet uns am Morgen persönlich. Wie nett.

Die restlichen Kilometer das Tal runter bis nach St. Martin d'Arc haben wir schnell geschafft. Von hier geht es auf der N6 über La Praz, Fournez Richtung unserem Highlight der Tour de France. Inzwischen machen sich die Tanks unserer Maschinen bemerkbar, sie wollen gefüllt werden. Besonders die beiden Shovelheads laufen wieder mal am Limit. Tankstelle für Tankstelle klappern wir ab, überall können nur mit bestimmten Karten getankt werden. Einheimische zu überreden, dass wir mal notfallmässig von ihren Karten tanken können, fruchtet nichts. Werde mir das merken, wenn mich mal ein Franzose dementsprechend um etwas bittet.

In Lanslebourg-Mont-Cenis verlassen wir die N6 und wechseln über zur D902. Auf der D902 geht es alles dem Flüsschen L'Arc entlang durch eine wunderschöne Gegend. Leider haben die Strassenverantwortlichen dauernd Schwellen eingebaut um die Verkehrsteilnehmer zu nerven. Eine längere Strecke ohne Schwellen, dafür plötzlich eine unmarkierte Baustelle. Ich sehe gerade noch, wie Hansjörg das Zeichen für langsam fahren gibt, als es auch schon rumpelt. Der Belag liegt plötzlich 10 cm tiefer. Edith die ein Stück hinter mir fährt, bremst scharf ab, als auch schon Xavier und Ueli links und rechts an ihr vorbeisausen. Puh, Glück gehabt, das hätte auch ins Auge gehen können. Irgendwo nach der Abzweigung ist es dann soweit. Diesmal steht Ueli ohne Benzin da. Einheimische erzählen uns, dass sich in Bessans eine betreute Tankstelle befindeen soll. Das Spiel kennen wir schon, wir fahren nach Bessans, tanken, während Schibo mit ner Mineralflasche voll Benzin zurück zum Unglücksraben fährt. Eine halbe Stunde später stehen wieder alle Maschinen vollgetankt bereit.

Kurz nach Bessans steigt die Strasse stetig an. Die Strasse im oberen Teil ist auch nicht mehr so breit, dafür umso kurvenreicher. Ein "Japser", oder war's ein Italiener?, hat sich in unsere Gruppe verirrt. Na ja, lassen wir ihm den Gefallen, mal mit ordentlichen Maschinen unterwegs sein zu dürfen. Die Gegend gefällt mir sehr, da gibt es immer wieder was zu sehen. Bevor wir uns recht versehen, stehen wir schon auf dem 2770 m hohen Col de l'Iseran. Hier oben geniessen wir wiederum die herrliche Aussicht. Das ist die höchste Passstrasse die ich bis jetzt gefahren bin. Super. Hier wollen wir natürlich alle mit unseren Bikes vor der Tafel mit dem Passnamen und der Höhenangabe fotografiert werden. Kevin stellt sich zur Verfügung und so kommt jeder zu seinem ganz persönlichen Bild.

 

Schwätzchen auf 2770 m. ü. M. Der höchste Punkt auf der Tour de France ist erreicht Eine Horde Harleys auf dem Col de l'Iseran auf 2770 m. ü. Meer

 

2 Harleys auf dem Weg nach Val d'IsereLeider geht es schon bald wieder weiter, denn der Weg in die Schweiz ist noch weit. Kehre um Kehre geht es talwärts, auch hier sensationelle Aussichten auf die französischen Alpen. Das berühmte Skigebiet Val d'Isere mit dem gleichnamigen StädtchenEs lohnt sich, mal anzuhalten um die Gegend zu geniessen oder um ein Föteli zu schiessen. Bald kommen wir zu einem Punkt wo wir eine schöne Aussicht auf die Ortschaft Val d'Isere mit seinen Skigebieten haben. Val d'Isere ist unser nächstes Ziel. Hier wollen wir etwas zu Mittag essen. Wir machen nochmals einen Fotostopp und sind somit die letzten, die Val d'Isere erreichen. Die anderen haben sich schon das geeignete Restaurant ausgesucht. Wir stellen unsere Maschinen in Reih und Glied an den Strassenrand. Und schon bald ziehen unsere Harleys auch andere Töfffahrer an.

Mittagsessen in der MittagssonneUnsere Maschinen in Reih und GliedWir können draussen auf der Terrasse sitzen und Sonne tanken, denn oben auf 2770 m Höhe war es doch empfindlich kalt. Doch mit der Zeit wurde es uns zu heiss und wir wollten etwas Schatten. Die Bedienung war freundlich, bis wir uns getrauen, selber an der Sonnenstore rumzuwerkeln. Von da an wurden wir nicht mehr bedient. Ist auch recht, so sind wir bald wieder unterwegs.

 

Weiter geht's das Tal hinunter, vorbei an einem kleinen See bis nach Bourg-St.Maurice. Hier bleiben wir auf der D902 und fahren über Châtelard und Cret Bêttex zum relativ unbekannten Col de Roselend (1968m). Unbekannt heisst aber nicht reizvoll und so ist auch dieser Pass. Noch viel reizvoller ist der Lac de Roselend der immerhin noch auf 1533 m Höhe liegt. Leider keine Zeit zum Baden, schon gar nicht für einen Fotohalt. Schade. Von hier aus könnte man auch über den Col du Pré nach Beaufort fahren. Unser Weg führt aber über den Col de Méraillet ( 1605m). Kehren und kurvenreich führt die Strasse nach Beaufort. Hier machen wir einen kurzen Halt, damit sich Hansjörg orientieren kann. Plötzlich fährt Hansjörg wieder los. Ein paar folgen ihm und die anderen haben einen grösseren Abstand. Nach der Abzweigung rechts, nach Hauteluce und anschliessend der Abzweigung links, nach Les Saisies, bemerken wir an einer Baustelle, dass der Rest fehlt. Nach ein paar Minuten warten, entscheiden wir uns, dass Schibo (immer ER stellt sich zur Verfügung - ein richtiger Kumpel) die Gruppe sucht, währenddessen wir nach Flumet fahren und dort eine Tankstelle suchen. Die prächtige Aussicht über den Col de Saisies (1650m) können wir gar nicht so richtig geniessen.

In Flumet finden wir tatsächlich eine Tankstelle. Handy sei Dank sind wir auf dem Laufenden, wie Schibo die verlorene Gruppe findet (sie haben tatsächlich den richtigen Weg gewählt) und zu uns zur Tankstelle lotst. Glücklich vereint fahren wir gleich weiter, da wir so schnell wie möglich in die Schweiz wollen. Einige Teilnehmer haben noch eine längere Heimfahrt vor sich. Herrliche Landschaften in dieser Gegend, Gletscher, die fast bis ins Tal hinunterreichen. Und wir fahren einfach weiter. Habe ich schon gesagt? Schade. Aber die Meute, die heim wollten, wollte ich mit meinen Fotostopps auch nicht nerven. Vielleicht hat Kevin, das eine oder andere Foto gemacht.

Wir fahren die langgezogene Autostrasse, die das halbe Tal durchquert (hässlich), Richtung Schweiz. Den Mont Blanc Tunnel lassen wir rechts liegen. Das Tal hinauf, irgendwo haben wir die Grenze überquert, und schon stehen wir auf dem Col de la Forclaz (1528m). Kurz ein Rundblick und schon geht es auf der anderen Seite wieder runter. Unser letzter KaffeehaltAussicht vom Col de Forclaz auf Martiny hinunterBald danach geniessen wir eine herrliche Aussicht ins Rhonetal und Martigny. Plötzlich kullert mir so ein chromglänzendes Ding entgegen. Nur mit Mühe kann ich ausweichen, damit ich keinen Crash habe. Zwei Kurven weiter unten steht Ueli auf einem Ausweichplatz und sucht seinen Tankdeckel. Chromglänzendes Teil? Tankdeckel? Aha, das war es. Ueli geht auf Suche, findet es aber nicht mehr. Und da wir gerade mal da sind.... Da hat es doch ein "gluschtiges" Gartenbeizli mit beinahe Ausblick auf Martigny. Unser letzter gemeinsamer Kaffehalt bahnt sich an.

Und dann nur noch ein paar schöne Kehren ins Tal runter. Ein Stück auf der Autobahn und dann bei Aigle wieder rauf Richtung Col de Mosse. Kurz vorher nochmals ein Stopp. Bye bye liebe Forumler. Hat Spass gemacht mit Euch. Kommt gut heim. Edith und ich fahren nochmals nach Les Diablerets, wo wir ein Hotel gebucht haben. Gutes aber Teures Essen und ein Schluck Wein geniessen und dann schlafen gehen. Das ist das Abendprogramm.

 

 Zurück zur Übersicht

joomla template 1.6
template joomla