4. Tag

Reiseroute Tag 4

Nachdem wir unseren Aufenthalt um eine Nacht verlängert haben, wollen wir unsere Rundreise heute in Richtung Süden unternehmen. Als Highlight steht die berühmte Sella-Gruppe, mit den Pässen Pordoijoch, Sellajoch und das Grödnerjoch auf dem Programm. Ausserdem wollen wir nochmals über den Passo Giau fahren, diesmal aber von der anderen Seite her. Obwohl heute der Tag mit den wenigsten Kilometer auf dem Programm steht, ist es ein Tag mit vielen Pässen. Also Kurvenspass pur. Die folgenden Fotos können leider nicht zu Hundertprozent dem richtigen Pass zugeordnet werden. Man möge uns verzeihen. Wer dies aber sicher weiss, darf uns dies melden. Wir sind dankbar für jeden Hinweis.

Seilbahn zum PordoijochDas Wetter sieht am Morgen, als wir losfahren, nicht gerade vielversprechend aus. Trotzdem wollen wir die Sellagruppe fahren. Vielleicht sieht es oben ja besser aus.
Bevor der Motor überhaupt auf Touren kommt und ein bisschen warm werden kann, geht es gleich hoch auf das Pordoijoch. Sellagruppe vomPordoijoch gesehenNach ein paar hundert Meter schon die erste Kehre, und auf diese folgen Schlag auf Schlag mehrere dieser Sorte. Und je höher wir steigen, desto schöner wird das Wetter. Sieht man von oben auf Arraba hinunter, so fällt auf, dass keine Bäume oder grössere Sträuche die Sicht behindert. Dafür etliche Skilifte die schöngezogenen aber engen Kurven kreuzen. Oben angekommen, können wir zwar nicht gerade von einem Traumwetter sprechen, doch wir sind zufrieden. Mehr oder weniger sind die Berge frei von Wolken. Mit einer Luftseilbahn kann man bequem auf das Pordoijoch hinauf um die wolkenverhangene Gebirgslandschaft zu bewundern. Auf der anderen Seite geht es wieder in schönen Serpentinen nach Carnazei hinunter.

Etwa 5 km vor Canazei, geht es rechts weg Richtung Sellajoch. Kaum ist man unten, geht Sellastockes auch schon wieder bergauf. So, wie man sich das in den Dolomiten gewöhnt ist. SellagruppeDie Sellagruppe wird jetzt von der anderen Seite her in Angriff genommen. Oberhalb der Baumgrenze eröffnet sich in Richtung Norden der Blick auf den mächtigen Sellastock. Blick Richtung GrödnertalSchön ist, dass es fast keine gerade Strassenabschnitte gibt. Es reiht sich Kurve an Kurve. Schade nur, dass der Fahrspass schon nach 7 Km fertig ist. Schon ist man oben. Interessanterweise befindet sich der höchste Punkt nicht am eigentlichen Sellajoch, sondern einen Kilometer danach. Hier befindet sich auch das Refugio Passo di Sella. Nach rund 6 Km nicht sehr kurvenreicher Strasse erreicht man die Abzweigung die einerseits zum Grödnerjoch und andererseits Richtung Wolkenstein, St. Christina ins Grödnertal führt.

SellastockDas Grödnerjoch, das auch unter dem Namen Passo di Gardena bekannt ist, beginnt bei der Abzweigung beim Hotel Miramonti, das auf etwa 1900 m Höhe liegt. Einige wenige Kehren und dann ein längeres eher flaches Stück vorbei an der mächtigen Felsbastion des Sellastocks mit ihren vielen knapp 3000ern. Eine Serpentinenphalanx schraubt sich auf die Passhöhe auf 2121 m Höhe hinauf. Eine sensationelle Aussicht geniesst man über die Ostrampe zum Grödnerjoch in Richtung Corvara vom Pass aus gesehen (siehe Bild oben). Angefangen mit ein paar engen "Tornanti" schraubt sich die Passstrasse das Tal runter. Wobei oben die Kehren vermehrt auftreten und je breiter das Tal wird, die Kehren abnehmen. Bei der Ortschaft Kolfuschg beginnt (oder endet) der eigentliche Pass. Von da ist es nur noch ein Katzensprung bis Corvara. Hier könnte man über den Passo Campolongo retour nach Arraba fahren und die Sellaroute beenden. Uns zieht es aber in die andere Richtung, gen Passo Valparola.

Auf der Passhöhe des Grödnerjochs Heuschober Die Abfahrt  vom Grödnerjoch Dolomiten 

Der Passo di Valparola verbindet das Gadertal (Val Badia) mit dem Valle d'Ampezzo. Der Passo di Valparola hat eigentlich nur eine Passrampe, nämlich die von Westen, östlich bildet der Passo di Falzarego den Ausgangspunkt. Einige Kilometer nördlich von Corvara liegt die Ortschaft Stern, am Ende des Gadertals. Auf einer landschaftlich reizvollen Strasse durchfährt man Val di S. Cassiano, sowie den gleichnamigen Ort St. Kassian. Schon bald steigt die Trasse deutlich an, umgeben von Nadelwald. Nach gut der Hälfte der Westrampe bekommt der Biker es nun auch endlich mit Serpentinen zu tun. Hat man das letzte steilere Stück überstanden, erreicht man das Rifugio Valparola auf 2192 m Höhe, ein beliebter Einkehrpunkt für Motorradfahrer aus der ganzen Welt. Die eigentliche Passhöhe liegt jedoch ein paar Meter weiter, inmitten der riesigen Felslandschaft.

Ein paar hundert Meter später erreichen wir schon die Passhöhe des Passo di Falzarego. Neben einem Hotel, einem Souvenierladen und einer Kapelle, zum Gedenken der Toten im ersten Weltkrieg, befindet sich noch die Talstation der Bergbahn hinauf zum Kl.Lagazuoi (2.779m) auf der Passhöhe, die ohne Pfeiler, freischwebend den Gipfel erreicht. Dieser Berg überragt alles und prägt das Bild des Passo di Falzarego. Richtung Osten verlassen wir die Passhöhe und folgend dem Wegweiser nach Cortina d’Ampezzo. Sofort tauchen wir wieder in weitläufige Nadelwälder ein, die uns durch sanfte Kurven begleiten. Etwa zwei Kilometer vor Cortina d’Ampezzo, liegt die Abzweigung hinauf zum Passo di Giau.

Eine Harley klettert den Pass raufDen Passo Giau kennen wir schon von gestern. Nur fahren wir diesmal in der umgekehrten Richtung. Man könnte jetzt diskutieren, welche Seite denn nun schöner zum bergauf fahren ist. Ich sage nur: Egal. Beide Seiten sind schön. Hauptsache es hat viele Kurven, oder nicht? Oben auf der Passhöhe halten wir wieder vor dem Uralt-Bike. Ein paar Leute haben einen Stand aufgestellt und wollen unbedingt dass ich einen Zettel für die Rechte der Homosexeuellen unterschreibe. Was interessieren mich diese in Italien ? Also gleich auf der anderen Seite wieder runter nach Selva di Cadore. Kurve um Kurve schwingen wir uns gen Tal. Super.

 

In Selva di Cadore könnten wir jetzt wieder zurück zu unserem Nachtlager in Arraba fahren. Uns zieht es aber gen Süden. Es soll dort die besten Eismacher geben, das wollen wir unbedingt ausprobieren. Also fahren wir dort weiter zum Passo Staulanza.
Fotosession am Passo StaulanzaDer Passo Staulanza oder auch Forcella Staulanza liegt ca. 30 km südöstlich des Sellastocks und verbindet das Val Fiorentina im Norden mit den Zoldotal im Süden. Der Pass führt durch die Senke zwischen dem Monte Pelmo (3188 m) und dem Monte Civetta (3218 m).
An der Kirche in Selva di Cadore (1350 m) teilt sich Straße. Nach Norden führt sie auf den Passo Giau und in Richtung Arabba, nach Süden hinunter ins Tal nach Alleghe und nach Osten auf den Passo Staulanza. Nach wenigen Metern erwartet den Pässefahrer direkt eine 10%ige Rampe. Danach führt die Straße leicht wellig über Santa Fosca (1425m) nach Pescul. schöne Aussicht auf den Monte Civetta Ab hier steigt die verkehrsarme Straße nur leicht, es gibt nur kurze Abschnitte, in denen es steiler wird. Insgesamt folgen nun sechs Kehren, die allesamt nicht allzu steil sind und die gesamte Strecke lässt sich gut fahren. Das Wetter ist gut und wir machen eine kleine Fotosession.
Die Südseite Richtung Zoldo Alto führt durch einen dichten , dunken Wald. Am Weg gibt es mehrere kleine Orte, alles ist hier auf den Wintersport ausgelegt. Entsprechend wenig ist hier im Sommer los, die Straße hat kaum Verkehr und ist sehr angenehm zu fahren. Mittendrin gibt es plötzlich ein unerwartetes Kehrenfestival. Acht Kehren türmen sich übereinander und erlauben einen großartigen Blick voraus. Unterdessen ist das Wetter wieder schlechter geworden. In Zoldo Alto "gluschtet" es uns nicht nach einem feinen italienischen Eis Ausschau zu halten, also fahren wir weiter zum nächsten Pass.

Der Passo Duran in den südöstlichen Ausläufern der Dolomiten verbindet die Stadt Agordo Auf der Fahrt zum Passo Duranim Südwesten mit dem Örtchen Dont im Nordosten. Der Pass scheint für den Verkehr uninteressant, es ist nicht viel los auf der Strecke. Die Straße führt zwischen den Bergen Monte Moiazza (2868 m) und Cime de San Sebastiano (2488 m) hindurch.
Die Strecke führt durch dichten Wald, meist einspurig durch die schöne Landschaft. Hin und wieder erhaschen wir einen Ausblick durch die Bäume auf die wunderbare Landschaft. Auf der PasshöheAm Anfang ärgert uns ein Wohnmobil, das sich langsam bergauf quält. Bis er endlich bei einem Ausstellplatz seine hinter sich stauende Kolonne vorbeilässt. Unsere Nerven lagen schon blank, ist es doch nicht ganz einfach ein schweres Motorrad im Schritttempo bergaufwärts zu steuern. Zügig kommen wir dann voran und erreichen schon bald die Passhöhe auf 1606 m Höhe. Nach einer Stärkung fahren wir auf der anderen Seite Richtung Agordo bargab. Wiederum sehr schmale Strasse, aber zum guten Glück mit wenig Verkehr.

In Agordo versuchen wir vergebens ein Cafe zu finden, bei dem wir unser geliebtes Eis bekommen. Leider vergebens. So fahren wir halt weiter. In Cencenighe finden wir dann endlich ein Cafe, wo wir ein wirklich leckeres Eis bekommen. Während wir unser Eis vertilgen, verschlechtert sich das Wetter zusehends und es regnet sogar. Zum Glück sind wir im Trockenen und freuen uns, dass wir verschont bleiben. Nachdem der kurze Regenschauer aufgehört hat, steigen wir wieder auf unsere Motorräder und fahren zwar auf regennasser Strasse, aber trockenen Fusses, zurück nach Arabba.

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