Brother Islands im Roten Meer

Brother IslandsDa ich das Rote Meer schon etwa ein halbes Dutzend mal besucht habe, wollte ich mal etwas spezielles im Roten Meer betauchen. Schon lange habe ich ein Auge auf die Brother Islands geworfen. Diese zwei Felsbrocken die mitten im Roten Meer liegen, sollen sagenhaft sein. Einerseits sollen die Weichkorallen noch intakt und in ausreichender Anzahl und in allen Farben vorhanden sein, andererseits soll Dank der starken Strömung auch Grossfische wie etwa Haie, Mantas, Walhaie etc regelmässig auftauchen. Die Strömung um die beiden Brüder sind teilweise so stark, dass normale Tauchboote die Inseln nicht anlaufen dürfen und können. Es soll schon mal vorkommen, dass auch grössere Tauchboote die Inseln nicht mehr verlassen können, da der Wellengang zu hoch ist.

Mit Birgit habe ich eine Tauchkollegin gefunden, mit der ich das Abenteuer wagen möchte. Wir haben in etwa die gleichen Taucherfahrungen. Während ich "nur" die Ausbildung als Rescue Diver besitze, hat Birgit schon die Ausbildung zum Divemaster genossen. Dafür habe ich schon einige Tauchsafaris auf einem Tauchboot mitgemacht. Um uns besser kennenzulernen und um uns auf die Brother Islands einzustimmen, haben wir beschlossen eine zusätzliche Woche in einem Hotel zu buchen. Unsere Wahl fällt auf das Arabia Beach Hotel in Hurghada, weil das Hotel quasi ein eigenes Hausriff hat.

Hotel Arabia Beach in HurghadaDas Hotel haben wir über das Internet gebucht, hat super geklappt. Den Tauchtörn zu den Brother Islands haben wir bei DiveWorld in Olten gebucht. Diveworld darum, weil wir im Internet noch freie Plätze bei Ihnen gefunden haben. Der Tauchtörn fand am 11. bis 19. Oktober 2002 statt. Einige Zeit vorher organisierte Diveworld einen Infoabend, wo alle Teilnehmer sich zum ersten Mal sahen und sich kennenlernen und über das Ereignis genauer informieren konnten. Fränzi und Markus aus Bern haben auch eine zusätzliche Woche im Arabia Beach Hotel gebucht.

 

 

Unserer Teil vom Hoteltrakt Die Meerzunge zwischen den Hotelgebäuden Sonne geniessen am Meerpool meine Wenigkeit
Birgit beim Mittagsschläfchen Unser Zimmer ... ... und unser Balkon kleine Kunststücke auf unserem Bett

Quasi angeschlossen an das Arabia Beach Hotel, ist das Blue Water Dive Resort. Man sollte genug Zeit für die Einschreibung investieren. Alle neu Angekommenen werden zusammen instruiert. Da dies nur einmal im Tag geschieht und schnell 1,5 bis 2 Stunden dauert, sollte man sich sofort bei der Ankunft anmelden, sonst hat man schon ein Tauchtag verloren. Man kann die Seriösität auch übertreiben. Aber ansonsten waren wir sehr zufrieden mit der Tauchbasis.

Gleich bei unserem ersten Tauchgang, der als Checktauchgang galt, haben wir wohl unser Highlight für die nächsten 2 Wochen schon erlebt. Gleich nach unseren obligatorischen Übungen, als wir wieder auf uns allein gestellt waren, tauchte ein Rudel Delfine auf. Es waren 16 Stück und ein Junges das uns für ein paar Minuten umkreisten und mit uns um die Wette tauchten. Sie kamen so Nahe, dass wir sie hätten berühren können. Ha, so geil !!!!! Leider, leider, habe ich keine Fotos machen können, da ich beim Checktauchgang keine Kamera mitzunehmen pflege. Wir haben uns dann schon gefragt, ob in den nächsten 2 Wochen ein Tauchgang das noch überbieten kann.

Tauchfotos rund um HurghadaEine Fotogalerie vom Hausriff und ein paar Riffe in der näheren Umgebung von Hurghada können angeschaut werden, wenn Ihr auf das linke Foto klickt. Erstaunlich ist das Hausriff, das eigentlich bei der Hafeneinfahrt von Hurghada liegt und trotzdem einige schöne Korallen beherbergt. Tauchnachtgänge dürfen nicht alleine gemacht werden und müssen durch das Tauchresort organisiert werden. Grund ist, dass Soldaten in der Nähe einen Stützpunkt haben und einen nervösen Finger besitzen.

 

Tauchschiff Number OneIm zweiten Teil dieses Berichtes geht es nun wirklich um die sagenhaften Brother Islands. Am Samstagabend machten wir uns zu viert zum Hafen, um das gechartete Tauchboot zu suchen. Es handelt sich um die berühmte Number One. Es ist eines von den ersten, grossen Tauchboote mit einem bestimmten Luxus an Bord. Die Number One ist auch eines der Boote die zu den Brother Islands dürfen, da sie zwei separate grosse Motoren, ein Navigationssystem und ein Echolot an Bord hat. Wir waren die ersten. Die anderen Teilnehmer, die direkt aus der Schweiz kommen, haben Verspätung. Wir haben schon mal unser Quartier bezogen und das Schiff begutachtet. Hat mir sehr gefallen. Eine Kajüte mit zwei grossen Betten, ein eigenes Waschbecken, Kühlschrank und Klimaanlage. Genügend Duschen, die immer warmes Wasser, die laufend mit einer eigenen Entsalzungsanlage gespiesen wurde. Ein grosser Essraum, ein grosser Aufenthaltsraum mit Bar und natürlich genügend Platz auf dem Sonnendeck. Interessant für Taucher ist natürlich die Tauchplattform. Die ist genügend gross. Jeder hat seinen eigenen Platz. Die Flaschen müssen nicht dauernd vom Equipment getrennt werden, sondern können direkt am Platz wieder gefüllt werden. Später kamen dann auch die restlichen Teilnehmer und unser Diveguide an Bord.

Brother IslandsAm nächsten Morgen ging's dann los Richtung Brother Islands. Wir machten drei Mal einen Zwischenstopp um zu tauchen. Schliesslich müssen sich die anderen auch zuerst wieder ans Tauchen gewöhnen und ihr Equipment checken und einstellen. In der Nacht war dann die Überfahrt. Wir hatten riesiges Glück und das Wetter meinte es gut mit uns. Es war ziemlich windstill und so hatten wir eine ruhige Überfahrt.

Durch den Lärm vom Ankern, wurden wir geweckt. Aus Platzgründen hat das Boot vorerst mal am Big Brother festgemacht. Diese Insel ist nur etwa 400 Meter lang und 90 Meter breit. Auf dem grösseren der beiden Felsbrocken, hat es einen Leuchturm, der von ägyptischen Soldaten gewartet wurde. Etwa 800m entfernt ist der kleinere Brocken. Schon um 7 Uhr morgens machten wir unseren ersten Tauchgang. Mit dem Zodiac gings raus an den Tauchspot. Gleich beim Abtauchen haben wir ein wunderschönes Wrack gefunden. Es handelt sich um die NUMIDIA. Dieses ist super schön mit allen Varianten von Weichkorallen bewachsen. Gleich beim ersten TAuchgang ein paar Grauhaie gesehen. Leider aber noch ein bisschen zu weit weg.

Das Wrack NumidiaDer nächste Tauchgang machten wir am anderen, berühmteren Wrack. Es handelt sich um die AIDA. Diese befindet sich auf 30 - 70 Meter Tiefe. Es sollte also schon Tieftaucherfahrung vorhanden sein. Im oberen Teil ist auch dieses Wrack mit schönen Korallen bewachsen, nur weiter unten, so ab 50 Meter ist es dann zu dunkel für die Korallen. Man kann auch durch das Wrack tauchen, ist aber nicht unbedingt mein Ding in dieser Tiefe. Bei einem späteren Tauchgang machte ich zusammen mit meinem Buddy Birgit einen Tieftauchgang. Dieser sollte meinen bisherigen Tiefenrekord brechen. Birgit ist eine erfahrene Taucherin und so wollte ich es mit ihr wagen. Wir tauchten bis fast 54 Meter tief. Da unten war es schon recht dunkel und man hat auch ein beklemmendes Gefühl. Das Herz klopft und ein Gedanke kommt auf: was ist wenn nun etwas mit der Ausrüstung passiert und ich keine Luft mehr bekomme ?

Mit dem Wetter hatten wir Riesenglück. Es hatte immer noch fast keinen Wind, dementsprechend hatte es auch keine grossen Wellen. Dies ist sehr gut, da die meisten Tauchgänge mit dem Zodiac gemacht werden mussten und bei Wellengang dies sehr beschwerlich ist. Nach zwei Tagen wechselten wir zum anderen Felsen zum little Brother.Seidenhai Schon vor dem ersten Tauchgang schwamm ein Hai um unser Schiff rum. Einige Aufregung auf unserem Schiff. Die einen wollten sofort ins Wasser, während die Anfänger lieber auf dem Schiff bleiben wollten. Aber als wir dann ins Wasser gingen, war dieser schon wieder weg. Auf der Westseite des kleinen Bruders, waren die Korallen noch schöner und noch grösser als beim Big Brother.

Auf der Ostseite des little Brothers hat es etwa auf 30 Meter viele Riesenfächer, einer nach dem anderen aufgereiht wie auf einer Perlenschnur. SeidenhaiBeim Zurücktauchen zum Schiff herrschte einige Aufregung unter dem Schiff. Die Sicht war nicht so gut und darum sah ich erst ein bisschen spät was los war. Zwei Seidenhaie patroullierten unter dem Schiff mitten zwischen den Tauchern hindurch und verschwanden wieder im Nichts. Um kurz darauf wieder aus einer anderen Richtung aufzutauchen. Einmal tauchte einer direkt hinter mir auf und ich konnte nur noch die Beine heben, sonst hätte er mich wahrscheinlich touchiert. Das wurde einer meiner längsten Tauchgänge, über 1 1/2 Stunden unter Wasser. Leider, was ich aber erst später merkte, wollte meine Kamera nicht mehr und alle wohl einmaligen Bilder wurden nichts. Sch..... !!!!

Die Mondphase wechselte und damit auch das Wetter. Der Wind drehte auf und es gab Wellen. Die Ausfahrten mit dem Zodiac wurden zur Qual. Es musste auch gleich abgetaucht werden, da uns sonst die Strömung vom Riff weggetrieben hätten. Ich habe das nicht so gerne, da ich mit der Kamera ein bisschen handicapiert bin und immer sehen muss, dass der Kamera nichts passiert und ich mich selber auch vorbereiten muss.

Leider war nach einer kurzen Woche der Trip nach dem TopSpot im Roten Meer schon wieder vorbei. Auf der Fahrt zurück nach Hurghada wurden wir arg durchgeschüttelt, da die Wellen schon richtig kräftig waren. Wenn ich mir vorstelle, wie das an den Brothers gewesen wäre. Puh, da haben wir echt Glück gehabt. Aber ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass die Tauchsafari zu den Brother Islands sich auf alle Fälle gelohnt haben und ich sicher wieder irgendwann diesen Platz besuchen werde.

Unten habe ich nur einige der schönsten Bilder reingestellt. Leider kann ich nicht alle zeigen.

Fotoalbum 1 Brother Islands Fotoalbum 2 Brother Islands

 

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