Im Süden vom Roten Meer

Zum zweiten Mal bin ich mit meiner Tauchpartnerin Birgit unterwegs zum Roten Meer. Dieses Mal stehen die Riffe und Nationalpärke im Süden vom Roten Meer auf dem Programm. Eigentlich wollten wir erst im Herbst 2004 wieder tauchen gehen. Aber Birgit hat ein gutes Angebot von der Firma Sun and Fun Diving in München bekommen, bei der wir nicht wiederstehen konnten. So haben wir kurzentschlossen zugegriffen. Das Angebot sah vor, mit einem Safariboot die Highlights im Süden wie Daedalus Reef, Rocky Island, Zabargad und Elphinstone zu betauchen. Wie vor 1 1/2 Jahren auch, buchten wir vorher noch eine Woche Hotelferien um uns anzuklimatisieren und zu relaxen.

1. Woche vom 20. bis 27. Mai 2004

Den gewünschten Flug von Zürich direkt nach Marsa Alam haben uns in letzter Minute noch andere Feriengäste weggeschnappt. Darum mussten wir dann via München nach Marsa Alam fliegen. Ausser dass es eine Freinacht gab, der Flug war schon um 5.15 Uhr morgens, haben wir die ganze Sache locker hinter uns gebracht. Locker für mich, da ich geschlafen habe, während Birgit die Kilometer zum Flughafen in München abspulte.

Hotel Shams Alam auf der KarteFotoalbum Hotel Shams AlamVom Flughafen Marsa Alam waren es gute 70 Minuten bis zu unserem Hotel das noch südlicher als Marsa Alam liegt. Unser Hotel "Shams Alam" liegt etwa in Höhe der Wadi Gimal Islands die etwa 10 km vor der Küste liegen. Bei unserer Ankunft gegen Mittag sahen wir gerade mal etwa ein Dutzend Touristen auf dem Hotelgelände rumgurkten. Es stellte sich dann schnell heraus, dass die meisten anderen Gäste am Tauchen waren. Das machte uns ganz schnell klar, wo wir uns befanden. Nämlich im Nirgendwo. Die nächste Stadt, Marsa Alam, liegt etwa 45 Minuten weg und ausser Tauchen läuft im Hotel gar nix.

Da wir sehr früh dran waren, machten wir uns gleich auf den Weg ins "Wadi Gimal Dive Center" das gleich um die Ecke lag und noch zum Hotelgelände gehört. Auch da war kein Tourist zu sehen. Das Dive Center Wadi GimalIst ja klar, im Tauchcenter geht man nicht zum shoppen. Um 8 Uhr morgens und 5 Uhr nachmittags sind Instruktionen für neu angekommene Taucher, wurden wir informiert. Um 5 Uhr waren wir pünktlich zur Stelle. Wir staunten nicht schlecht. Es waren sicher etwa zwei Dutzend oder mehr Personen anwesend die alle heute angekommen sind und warteten, was auf sie zukommt. Dementsprechend lange dauerte es, bis von allen die Daten aufgenommen wurden, wie etwa Stand der Ausbildung, Anzahl Tauchgänge, letzter Tauchgang und Arztzeugnis etc. Anschliessend an die allgemeinen Infos wurden die Taucher aufgerufen, die in den Genuss eines Checktauchgangs kamen. Wir waren auch dabei, da wir die letzten 6 Monate nicht getaucht haben.

Für den Checktauchgang wählten wir das Hausriff. Am Hausriff darf man nur um 9 Uhr oder um 13 Uhr tauchen. Wir wollten zuerst mal ausschlafen und meldeten uns darum um 13 Uhr an. Zusammen mit ein paar anderen Checkdiver machten wir uns auf den Abstieg. Schon auf 3 Meter wollte unsere Prüferin die obligatorischen Übungen sehen. So ein Mist. Auf dieser Tiefe ist man gar nicht so richtig austariert und da es noch Wellen hatte, schaukelte es dementsprechen auch in dieser Tiefe. War nicht ganz einfach, aber mit meiner hundertjährigen Erfahrung habe ich das locker hingekriegt. Als ich dann Birgit das Zeichen gab, dass ich keine Luft mehr habe, starrte sie mich zuerst mal ein paar Sekunden an und gab mir dann wortlos ihren Octopus. So war das zwar nicht gemeint gewesen, aber es wurde akzeptiert.

Tauchplatz Shaab Sharm ....Am nächsten Tag haben wir uns für eine Bootsausfahrt eingeschrieben. ... in Begleitung von DelphinenWo es genau hinging, wird erst auf dem Boot bekanntgegeben, da es immer auf das Wetter ankam. An diesem Tag, sei der Wind nicht so stark und darum wollte die Crew den nördlichsten Tauchplatz anlaufen. Auf der Fahrt habe ich mich dann gefragt, wie es wohl gewesen war, als es Wind hatte? Auf jeden Fall habe ich mich mal mit ein paar Tabletten gegen die Seekrankheit angefreundet. Nach etwa einer Stunde habe ich dann urplötzlich das Verlangen gekriegt, mal kurz die Fische zu füttern. Ich war nicht alleine, es mussten viele Fische gegeben haben, da sich ein Crewmitglied auch unbedingt an der Fütterung beteiligen wollte. Was mich doch ein bisschen erstaunte. Bei der Ankunft wurden wir von einer Schule Delphine begrüsst. Die Strapazen haben sich aber auf alle Fälle gelohnt. Nicht die Fütterung, aber der Tauchgang. Sahen wir doch schon beim ersten Tauchgang etliche Weisspitzen-Riffhaie und einen Grauhai. Und weil es so schön war, machten wir gleich noch einen zweiten Tauchgang, wiederum mit Hai.

Unser Tauchboot für die erste Woche SULTANA II Claudia, Chrigel und ein Tauchlehrer als Gast Birgit am sonnenbaden Birgit macht die Tauchausrüstung bereit

Vollgepumpt mit Anti-Seekrankheits-Pillen geht es am nächsten Tag wieder aufs Boot. Diesmal stehen die am südlichsten vom Dive-Center angefahrenen Tauchplätze auf dem Programm. Und zwar sind dies Habili Hornkorab und Ras Hornkorab. Der Wind hat nochmals eine Idee nachgelassen und ich überstehe die Fahrt problemlos. Gleich beim reinspringen bei Ras Hornkorab fast auf einen Riffhai gehüpft. Na ja, ist ein bisschen übertrieben. Es fehlten fast 10 Meter. Aber trotzdem !!!

Montag ist Ruhetag. Wir konnten wieder mal ausschlafen. Anschliessend lümmelten wir uns an der Beach rum, liessen unsere Bodys schön braun brutzeln oder liessen uns durch eine Massage verwöhnen. Ganz ohne Tauchgang war uns aber nicht wohl, so haben wir uns für einen Nightdive eingeschrieben. Wir durften nur mit einem Diveguide tauchen gehen. Acht andere Taucher wollten auch unbedingt mit. Für meinen Geschmack war das eindeutig zu viel. Es hatte auch ziemlich Verkehr unter Wasser und so liessen sich Birgit und meine Wenigkeit zurückfallen. Erstaunlich wie viele Drachenköpfe wir gesehen haben.

Fotoalbum Tauchen rund um Marsa AlamUnterdessen haben wir Claudia und Christoph aus der Innerschweiz kennengelernt. Mit vereinten Kräften enterten wir unser Boot. Habili Dahara ist unser erstes Ziel. Das ist in der Nähe von unserem ersten Tauchplatz Shaab Sharm. An diesem Tauchplatz hat es sehr schöne Hart- und Weichkorallen, wie sie im Norden fast nicht mehr anzutreffen sind. Der nächste Tauchplatz ist ein Experiment. Vor zwei Jahren wurde ein grosser Teil vom Wadi Gimal Gebiet von den Dornenkronen verwüstet. Unser Diveguide fragte uns ob wir wieder mal einen Besuch abstatten wollten. Konnte uns aber nicht sagen, was uns erwartet. Da niemand dagegen war, fuhren wir zu "Um Hal Hal", so der Name des Riffs. Das Riff ist immer noch ein Trümmerhaufen, ist aber auf dem Weg zur Besserung. Viele Fische hatte es nicht, dafür entdeckten wir einige verschiedene Nacktschnecken.

Ein Tag Ruhe und schon ist die erste Woche vorbei und wir mussten unser Gepäck zusammenschnüren. Nochmals ausschlafen, denn das wird das letzte Mal für die nächste Woche sein. Ein letztes Mal bye bye für die Menschen, die wir kennengelernt haben. Vielleicht meldet sich ja mal jemand.


2. Woche vom 27. Mai bis 3 Juni 2004

Karte von der TauchsafariWir sind richtig gespannt auf unser Safariboot. Vor unserer Abreise hatten sich gerade mal 6 Personen für diese Safari angemeldet. Ein Safariboot, das für 20 Taucher ausgelegt ist, über 30 Meter lang ist und etwa 7 Meter breit. Fotoalbum Safariboot ThunderbirdDie Thunderbird, so der stolze Name des Schiffes ist ein Holzboot in der oberen Klasse. Geräumige Kabinen mit Klimaanlage und ein eigenes WC und Dusche, mit Warmwasser versteht sich. Bei unserer Ankunft wurden wir von Hubi, unserem Diveguide, begrüsst. Wir waren die Ersten.Nach einem Rundgang durchs Boot erfuhren wir, dass wir insgesamt 13 Taucher und zwei Guides sind. Toll ! Platz genug. Am Abend, als dann auch die letzten Taucher das Boot erreichten, bekamen wir das erste Briefing. Wie sich herausstellte, ausnahmslos erfahrene Taucher jeder mit weit mehr als 100 Tauchgänge . Sehr gut !!!

Schon früh am Morgen wurden wir durch das Gebrüll der Motoren geweckt. Es geht los. Nach nur kurzer Fahrt erreichten wir schon unseren ersten Tauchplatz. Zum eingewöhnen und und zum checken der Ausrüstung. Genug Blei ? Richtig tariert ? Nach einem kurzen Briefing, alle waren schon nervös, gings dann los. Damit nicht zuviel Hektik ausbricht, wurden 2 Gruppen gebildet. Die erste Gruppe durfte schon mal los. Nach knapp 15 Minuten waren wir an der Reihe. Da wir unsere Ausrüstung schon letzte Woche ausgelotet haben, waren wir schnell im Wasser. Weltbewegendes gab es am "Shaab Shouna" nicht zu bewundern. Trotzdem viele Fische da.

Unser erstes Highlight : das Daedalus RiffBis zum nächsten Tauchgang müssen wir lange warten. Auf direktem Weg geht es nämlich zu unserem ersten Highlight. Das "Daedalus Reef". Nach 6 1/2 Stunden Fahrtzeit erreichen wir das Ziel, das mitten im Roten Meer liegt. Schon von weitem haben wir das Leuchtfeuer gesehen. Und was ich genossen habe : Das Meer war ganz schön ruhig. Verdächtig ruhig ? Der Versorgungssteg für die Mannschaft des LeuchtturmesWir werden sehen!! Versprochen wurden uns Hammerhaie in grosser Zahl. Dementsprechen natürlich alle ganz zappelig. Pustekuchen. NUR ein paar Riffhaie. Hatten wir doch schon. Einmal 6 Stücke aufs Mal gesehen. Leider zu weit weg. Die Strömung unter Wasser wechselte plötzlich und wir mussten umkehren und auf die andere Seite tauchen. Das Problem war, dass unsere Zodiacfahrer, die uns abholen sollten, das nicht bemerkten und an der falschen Stelle rumgurkten. Als wir keine Luft mehr hatten, mussten wir wohl oder übel an die Oberfläche. Doch das war das Problem. Es hatte ziemlichen Wellengang. Trotz unseren Bojen die wir setzten, sahen uns die Zodiacfahrer nicht. Wir mussten fast eine Stunde an der Oberfläche ausharren. Unterdessen hat uns die Strömung fast von alleine ans Boot getrieben. Eine Stunde länger und wir hätten es geschafft. Fängt spannend an, unsere Safariwoche.

FledermausfischBrauner SegelflossendoktorfischDa es wegen den starken Strömungen verboten ist, hier Nachttauchgänge zu machen, mussten wir uns bis zum nächsten Tag gedulden. Schon relativ früh, wurden wir geweckt, und knapp nach 7 Uhr waren wir im Wasser. Und tatsächlich ging es auch nicht lange und wir hatten unseren ersten Hammerhai. Für mich der erste überhaupt. Aber wo ist das Rudel ? Wir bekamen nur immer einen Einzelgänger zu Gesicht. Auch der dritte Tauchgang machten wir an diesem Riff. Und wiederum wurden wir von unserem Hammerhai begrüsst. Es gab aber auch Barracudas, Grauhaie, grosse Thunfische und andere Fische zu bewundern. Nicht zu vergessen, die schönen Korallenwände, die man vor lauter Grossfische fast nicht beachtete. Jemand hat einen Fuchshai gesehen an der Ostseite gesehen. Also mussten wir unbedingt diese Stelle beim nächsten Tauchgang besuchen, obwohl die Westseite von den Korallen her viel schöner sei. Es war aber nur ein Weisspitzen-Riffhai anwesend. Trotzdem genossen wir den letzten Tauchgang am Daedalus Riff.

Rocky IslandAusfahrt mit dem Zodiac zu einem TauchgangWiederum mussten wir etwa 6 Stunden Bootsfahrt auf uns nehmen. Zum guten Glück immer noch bei guter See. Schon in der Dunkelheit erreichten wir endlich Rocky Island, unser nächstes Ziel. Am Morgen, wie gewohnt bei früher Stunde schnallten wir unser Equipment an. Die von der Strömung abgewandte Seite ist voll von Gorgonien in allen Farben, hauptsächlich aber von Broccoli-Korallen bewachsen. Von weitem ein Hammerhai und ein Riffhai gesichtet, ansonsten die normale Auswahl von verschiedensten Fischen. Der zweite Tauchgang am Rocky Island haben wir von der anderen Seite aus betaucht. Zuerst recht starke Strömung a la Expresszug. Keine Chance Fotos zu machen. Kaum um die Ecke Richtung Schiff, gings gemächlicher zu. Hier hat es ganz schöne Korallenwände. Man kann sich fast nicht sattsehen.

Zabargad IslandNach dem Mittagessen wechseln wir zu der nahe gelegenen Zabargad Insel. Hier machen wir leider nur einen Tauchgang. Hier sind riesige Tischkorallen zu bewundern. Es sind auch ein paar schön bewachsene Ergs zu haben. Am Anfang waren wir zu tief getaucht. Da war gar nichts los. Oben hatte es dann schöne Korallenwände. Leider machten wir hier nur einen Tauchgang.

Der Wind fing jetzt immer heftiger an zu blasen und der Wellengang ging dementsprechen auch höher. Aber langsam sind wir jetzt daran gewöhnt und es wird uns nicht mehr so schnell schlecht. Da die Hälfte der Zeit schon weider um ist, mussten wir an die Rückkehr denken. Als fuhren wir Richtung Festland, um dann der Küste entlang nach Marsa Alam zu schippern. Zuerst liefen wir Shaab Marksur an. Ein ganz schöner Tauchplatz mit schönen Ergs und gutem Fischbestand. Hier blieben wir 2 Tauchgänge.

Bei Schelanjet (tönt irgendwie russisch) soll es einen sagenhaften Canyon haben, bei dem man so Richtig in Schuss gerät. Wenn die Strömung stimmt!! Und diese muss vom Meer landeinwärts sein. Und die Strömung soll so gewaltig sein, dass man keine Chance hat, irgendwie dagegen zu paddeln oder sich an einer Koralle festzuhalten. Das Fatale ist : Der Canyon ist etwa 50 lang und nur 4 m breit. Und mitten im Canyon hat es eine Felsnadel die den Canyon in zwei Teile trennt. Es gilt also entweder rechts oder links davon durchzuzirkeln. Leider stimmte die Strömung nicht und wir hatten nur mässige Strömung.

Hickson's RiesenfächerNächster Tauchgang : Shaab Sharm. Kennen wir doch? War das nicht da, wo ich in der ersten Woche die Fische fütterte ? Beim ersten Jump ins Wasser (wir durften wieder mal vom Boot aus tauchen) habe ich gleich die Bleitasche verloren. Shiiiiit !!! Leider geht es hier gleich mal weit über 50 m tief runter, keine Chance die Tasche zu bergen. Ich glaube an diesem Tauchplatz ist mein Glück nicht so toll. Aber sonst wieder zwei schöne Tauchgänge gemacht.

Octopuss beim FluchtversuchDie nächsten zwei Tauchgänge machten wir am Shaab Marsa Alam. Der Tauchplatz selber ist nicht so toll. Es hat zwar ein Wrack zum betauchen. Ein ehemaliges Tauchschiff, dass der Käptain aufs Riff setzte. Aber gar nicht schönes. Dafür viele andere Sachen, wie etwa ein Krokodilfisch gleich neben dem Wrack, 2 Blaupunktrochen, verschiedene Schneckli und so. Am gleichen Platz auch ein Octopus gesichtet. Der arme Kerl wurde ein bisschen gestresst und wechselte dauernd seinen Platz. Schön zu sehen wie er ganz schnell seine Farbe ändern kann und sich so dem Untergrund anpasst.

RiesenschildkröteLeider, leider war der Wind so stark, dass wir das Elphinstone Riff nicht anlaufen konnten. Das heisst wir waren da, aber keine Chance mit dem Zodiac an den Tauchplatz zu gelangen. So beendeten wir unsere Safari-Woche an dem Platz, an dem wir angefangen haben. Am Shaab Shouna. Immerhin wurden wir mit 2 Krokodilfischen vertröstet Und zu guter Letzt hat uns noch ein Riesenturtle besucht. Und was für ein Thunder !! Leider ein bisschen weit weg, aber trotzdem.

Tja, und dann sind doch die zwei Wochen schon wieder vorbei und wir müssen heim um wieder Geld zu verdienen, damit wir so schnell als möglich wieder tauchen gehen können.

Unten habe ich noch eine Auswahl von Bildern zusammengestellt, die in einer Fotogalerie zusammengestellt sind. Einfach auf das jeweilige Bild klicken. Die erste Serie ist hauptächlich vom Daedalus Riff und Rocky Island. Die zweite Serie die restlichen Tauchplätze. Viel Vergnügen beim anschauen.

Fotoalbum Teil 1 Tauchsafari Fotoalbum Teil 2 Tauchsafari


 

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